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Interview Fahrdienstleiter; Bild: DB AG/Sönke Kreft; Grafik: Titus Ackermann

So funktioniert das im System Eisenbahn

Über 40.000 Züge fahren täglich auf dem über 33.400 Kilometer langen Schienennetz der Deutschen Bahn. Sie bringen Millionen Reisende und Güter an ihr Ziel. Damit das System funktioniert, arbeiten viele DB-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eng zusammen. 13.000 Fahrdienstleiterinnen und Fahrdienstleiter in über 2.600 Stellwerken haben die Züge immer im Blick und stellen Weichen und Signale.

Grundlage für ihre Arbeit ist ein riesengroßer Fahrplan, nach dem alle Züge fahren. Alles greift ineinander, wie Zahnräder in einem Getriebe. Oli will es ganz genau wissen und macht sich auf die Reise von Kiel nach Frankfurt. In Kiel trifft er Sönke Kreft, einen echten Bahnexperten. Er ist Chef von allen Fahrdienstleitern und Fahrdienstleiterinnen in Schleswig Holstein.

Von ihm erfährt er, was ein Fahrdienstleiter macht und was passiert, wenn es auf der Strecke eine Baustelle gibt.

Oli: Hallo, Herr Kreft, was macht denn ein Fahrdienstleiter?

Sönke Kreft: Ein Fahrdienstleiter lenkt die Züge. Er sorgt dafür, dass sie genau zur richtigen Zeit die richtige Strecke befahren. Du kannst ihn dir ähnlich wie einen Fluglotsen vorstellen. Der legt fest, wann ein Flugzeug wo langfliegen soll. So ähnlich machen wir das auch – nur eben nicht in der Luft, sondern auf der Schiene.

Ist der Zug also ferngesteuert?

Nein, der Lokführer fährt den Zug. Der Fahrdienstleiter hilft ihm dabei. Er hat einen Computer, auf dem er die Züge einer bestimmten Strecke sehen kann. Wenn die Strecke frei ist, stellt er das Signal auf Grün, und der Lokführer kann losfahren. Alles klar?

Check! Auf meiner Fahrt habe ich auf einem Gleis ein riesiges Baustellengerät gesehen. Hat der Lokführer uns dann auf das andere Gleis gelenkt?

Nein, das war der Fahrdienstleiter. Damit Züge von einem Gleis auf ein anderes wechseln können, gibt es als Verbindung Weichen. Der Fahrdienstleiter kann sie mit seiner Computermaus steuern, sodass der Zug auf das Gleis daneben fahren kann.

Das ist ja cool. Und was ist, wenn mal auf beiden Gleisen gebaut wird?

Dann wird eine Umleitung für den Zug gesucht oder, wenn das nicht geht, Busse organisiert. Das machen die Experten im Fahrplanbüro und in den Betriebszentralen. Sie überlegen sich, was man am besten tun muss, damit die Fahrgäste trotzdem an ihr Ziel kommen.

Bildnachweise: DB AG/Thomas Herter, Volker Emersleben, Sönke Kreft; Grafik: Titus Ackermann
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