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Bild: Deutsche Bahn AG / Oliver Lang (DB168364)

Wer spricht denn da?

Achte am Bahnhof mal auf die Stimme, die die Durchsagen macht! Es gibt nämlich eine neue Stimme: Heiko Grauel. Hier erzählt er euch, wie man die Stimme am Bahnhof wird und wie das mit den Aufnahmen funktioniert.

Wusstest du zum Beispiel, dass 14.000 (!) einzelne Sätze aufgenommen werden, die dann später zu den unterschiedlichen Ansagen zusammengestellt werden? Unten im Video kannst du dir ein Beispiel anhören.

Herr Grauel, wie werden die Aufnahmen für die Bahnhofsansagen gemacht?

Ich habe viel Zeit in einem Frankfurter Tonstudio verbracht. Insgesamt 60 Stunden, jeweils vier bis fünf Stunden am Tag. Dort habe ich ca. 14.000 unterschiedliche Sätze eingesprochen – teilweise völlig bahn-unspezifisch und eher kurios. Zum Beispiel so einen Satz: „In der örtlichen Hip-Hop-Szene ist er ein Nobody.“ Dieser und andere Sätze werden von einer neuen Technologie in Laute und Silben getrennt und in einer Datenbank abgelegt. Sie können dann zu beliebigen Worten und Sätzen verbunden werden. Das sorgt für flüssige Ansagen. Ein Sounddesigner hat während der Aufnahme darauf geachtet, dass keine Atemgeräusche oder Schmatzer stören und alle Sätze möglichst gleich klingen.

Wie haben Sie sich auf die Aufnahmen für die Deutsche Bahn vorbereitet?

Bevor ich Hörbücher aufnehme, übe ich tatsächlich oft mehrere Tage zuhause und studiere verschiedene Figuren ein. So eine Vorbereitung war für die Bahnansagen nicht nötig. Hier war es vor allem wichtig, dass ich eben nicht abwechslungsreich, sondern immer gleich klinge und im selben Tempo spreche. Das war eine ganz neue Herausforderung. Ich bin gespannt, wie es bei den Reisenden am Bahnhof ankommt und werde in Zukunft bestimmt ab und zu mal am Bahnsteig stehen und zuhören.

Was war Ihre erste Sprecherrolle?

Meine erste „Sprecherrolle“ habe ich mir schon früh selbst geschaffen: Damals war ich etwa acht Jahre alt und wollte bei „Die drei ???“ mitmachen. Deshalb benutzte ich den Rekorder meiner Eltern samt integriertem Mikrofon und besprach die ersten Sekunden meiner Kassetten mit dem jeweiligen Titel und Folgennummer des Hörspiels. Zum Beispiel hörte man mich dann am Anfang einer neuen Kassette: „Folge eins. Der Superpapagei“. Mein Ziel war damals, so zu klingen wie ein Nachrichtensprecher. Rund elf Jahre später, nach dem Abitur und einer Sprecherausbildung, habe ich beim Radio erste professionelle Mikrofonerfahrung gesammelt.

Wie fühlt sich das an, bald von 20 Millionen Menschen täglich gehört zu werden?

Darauf bin ich selber schon sehr gespannt. Ich vermute mal, ich werde zum Bahnhof fahren, in mich hineingrinsen und denken, mein Gott, das bin ja ich. Es ist ein sehr tolles Gefühl, diesen Job bekommen zu haben.

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